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Geschichte der Evangelischen Kirche Wallau

Das Christentum hatte schon frühzeitig hier am Rhein durch die Römer und das christliche Mönchtum Einzug gefunden und sich im 5. und 6. Jahrhundert allmählich verbreitet.

Um das Jahr 780 gründete Karl der große im „Königssondergau“ das Benediktinerkloster Bleidenstadt. Zum Besitz dieses Klosters gehörte auch Wallau. Die erste Wallauer Kirche wird urkundlich am 29. April 1258 erwähnt.

Im 17. Jahrhundert verwüsteten große Brände die Kirche und andere Häuser. In der Nacht zum 24. August 1678, der Bartholomäusnacht, kam es dann zum „großen Dorfbrand“ dem auch die Kirche zum Opfer fiel (34 Häuser, 33 Scheunen und 30 Ställe wurden durch die Flammen vernichtet).

1680 wurde die Kirche neu aufgebaut, war aber nach 60 Jahren wieder baufällig. Die Gemeinde fasste den Beschluss eine neue und größere Kirche an gleicher Stelle zu bauen.

Am 8. März 1741 wurde dann der Grundstein (eingemauert wurden mit Buchstaben Geld und Gesangbuch) zu der heutigen Wallauer Kirche gelegt. Nach 4 ½ Monaten Bauzeit war das Mauerwerk (6 ½ Schuh dick und 33 Schuh hoch = 2 Meter dick und 10 Meter hoch) errichtet. Der Dachreiterturm, mit dem Dreiglockenstuhl und der Kirchturmuhr bekam die erstmalige Höhe von ca. 40 Metern.

 

Die Einweihung der neuen, heutigen Kirche fand dann am 7. Oktober 1742 statt.

 

1753 wurde die schöne Barockorgel, (wahrscheinlich durch Orgelbauer Christien Köhler) mit ihren 18 seitlich angebrachten Zugregistern in die Empore eingebaut. An den damals regierenden Hessischen Landgrafen Ludwig VIII erinnert das schöne Goldmonogramm auf blauen Grund (Anfangsbuchstabe L mit seinem Spiegelbild ineinander verschlungen - von 2 Löwen gehalten) hoch über der Orgel.

 

Die Geläut, durch Haarrisse unbrauchbar oder zu Kriegszwecken verwendet worden, wurden erst 1955 wieder vollständig. Nur die kleinste Glocke mit der Inschrift „ Anno 1812 goss mich Friedrich Otto für die Gemeinde Wallau“ stammt aus dem selbigen Jahr. Die Gedächtnisglocke, von 14 Zentnern, mit der Inschrift „Ehre sei Gott in der Höhe“ und die zweitgrößte Glocke, die Friedensglocke, von 9 Zentnern mit der Inschrift „ Friede auf Erden“ wurden 1955 von Rinckers gegossen.

 

Die Kirche hat im Laufe der Jahre diverse Restaurationen erfahren. Stichwortartig zu nennen wären da:


  • Im Jahre 1900 werden größere Reparaturarbeiten durchgeführt.
  • 1929 kommt elektrisches Licht in die Kirche und ein Jahr später die Orgel eine elektrisch betriebene Winderzeugung, so dass das Balgtreten nicht mehr notwendig war.
  • 1951 bekommt die Kirche eine Warmluftheizung.
  • 1956-57 erhält der Innenraum einen neuen Anstrich sowie einen neuen Altar.
  • Ab 1963 wird die Läutanlage elektrisch betrieben.
  • Der Kirchturm muss 1968 total renoviert und bekommt eine neue Schieferverkleidung.
  • Seit 1972 hat die Kirche einen Taufstein aus Naturmarmor.
  • 1979 wird ein neuer Glockenstuhl eingebaut.
  • Anfang der 80er Jahre wird die Kirche außen stabilisiert, das Kirchdach auf der Westseite erneuert, innen renoviert und die Orgel restauriert.
  • 2004 muss die alte Stuckdecke, verursacht durch Baufehler der letzten Restauration in den 80er Jahren, im alten Stil saniert und restauriert werden.
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